Wärmedämmung
April 21st, 2010 von
admin
Wärmedämmung von Wohngebäuden – für eine hohe Energieeffizienz
In Zeiten schwindender Ressourcen und Verteuerung der fossilen Brennstoffe werden Maßnahmen zur effizienten Energienutzung von Unternehmern und Hauseigentümern immer wichtiger. Ein wesentlicher Beitrag zur Einsparung von Heizenergie basiert auf der Reduzierung von Wärmeverlusten. Eine begrüßenswerte Folge ist die Verwendung ökologischer Baustoffe und Energiequellen. Der zunehmenden Bedeutung der Energieeffizienz trägt auch die verschärfte Energieeinsparverordnung (EnEV) vom 1.Oktober 2009 Rechnung. Sie beinhaltet um ein Drittel gesteigerte energetische Anforderungen an Gebäudeteile wie Dächer, Fenster und Außenfassaden bei umfangreichen baulichen Veränderungen. Mit diesen gesetzlichen Regelungen verbunden ist die Energieausweis-Pflicht, aber auch eine attraktive staatliche Förderung für eine energieeffiziente Modernisierung und Sanierung von Ein- und Mehrfamilienhäusern sowie Zuschüsse für einzelne Energiesparmaßnahmen (z.B. Erneuerung der Fenster, Wärmedämmung des Daches).
Innovative Gebäudewärmedämmung reduziert Energiekosten erheblich
Moderne Wärmedämmung verringert den Aufwand für die Beheizung des Ein- und Mehrfamilienhauses und sorgt für eine Reduzierung des klimaschädlichen Kohlendioxid-Ausstoßes. Maßnahmen zur Energie einsparenden Wärmedämmung können in der Phase des Neubaus, der Modernisierung und der Sanierung von Altbauten vorgenommen werden. Die atmungsaktive Fassadendämmung umfasst die Innendämmung und die Außendämmung. Bei der Innendämmung fungiert die Dämmschicht von innen als Wärmespeicher. Die Dämmschicht zwischen zwei Außenwänden ist wärmetechnisch effizienter aber zunächst etwas kostenintensiver. Die Wärmeverbundsysteme (WDVS) sollten von der Bauaufsicht zugelassen sein und der EnEV entsprechen. Dazu zählen z.B. Materialien wie Polystyrol, Hartschaum und Perit. Wer bei der Wärme- und Schalldämmung Naturdämmstoffe (nachwachsende Rohstoffe) wie z.B. Holz und Hanf verwendet, kann jetzt wieder einen Öko-Zuschuss erhalten. Bei einem Einfamilienhaus ist für die Wärmedämmung einer 150 Quadratmetern großen Dachfäche, mit Kosten von ca. 2.700 bis 4.500 Euro zu rechnen.
Der „Energiepass“ – Basis für eine energetisch sinnvolle Modernisierung
Seit der Energieeinsparverordnung (EnEV) vom 1.Juli 2007 wird zum Vermieten und Verkauf von Immobilien ein Energieausweis („Energiepass“) benötigt. Die EnEV löste im Jahr 2002 die frühere Wärmeschutzverordnung ab. Für Neubauten und Voll-Sanierungen sind die Energie-Berechnungen bereits Bestandteil der vorgeschriebenen Berechnung des Wärmebedarfs. Nur wenn der Hausbesitzer weiß, welchen „Hunger nach Energie“ sein Haus hat und wo die wärmetechnischen Schwachstellen liegen, kann eine effiziente Wärmedämmung installiert werden. Aus dem Grundriss, den Bauzeichnungen und den Abrechungsnachweisen sind erste Basisdaten des energetischen Gebäudezustandes zu entnehmen. Der Energiepass wird von Experten in energiesparendem Bauen, wie z.B. Architekten, Bauingenieuren und Energieberatern für ca. 200 bis 300 Euro ausgestellt. Günstiger ist der Energiepass, wenn der Hauseigentümer die Energie-Verbrauchswerte selbst liefert. Der Energiepass gilt für zehn Jahre.
Energieeffizienz durch technisch-innovative Wärmedämmungen
Mit dem Einsetzen eines Wärmeschutzglases (“Isolierglas”) kann der Hausbesitzer die Energiekosten verringern und möglicherweise von einer Steuerersparnis profitieren. Dieses aus zwei oder drei Schichten bestehende Isolierglas, das mit trockener Luft oder Edelgasen gefüllt ist, wird durch einen verbesserten Energiedurchgang den erhöhten Wärmeschutzanforderungen im Sinne der Energieeinsparung gerecht. Die Energieeffizienz wird wesentlich durch die Qualität der Dämmung mitbestimmt. Daher wird auch die Wärmepumpe und die Rohrleitungen der Heizungsanlage mit platzsparendem Dämmmaterial versehen. Hocheffiziente Dämmstoffe, wie z.B. Vakuum-Isolationspaneele mit niedriger Wärmeleitfähigkeit entsprechen den gestiegenen Anforderungen an die Gebäudedämmung. Eine weitere technische Neuerung sind Wände mit integriertem Sonnenenergie-Speicher. Einen ausgezeichneten Dämmwert besitzt der Polyurethan Hartschaum (z.B. für Fassaden-Vorbau). Ob ein relativ teurer Isolierputz oder ein Polystyrol-Vollwärmeschutz geeigneter ist, sollte ein Fachmann entscheiden.
Wärmedämmung Einfamilienhaus – eine Betrachtung der ungefähren Gesamtkosten/Energieersparnis
Wärmedämmung Mehrfamilienhaus– eine Kosten-Nutzen-Betrachtung
Dieses Rechenbeispiel (Quelle: EnergieAgentur NRW) geht von einem drei-einhalbgeschossigen Mehrfamilienhaus mit Keller (Baualter 1955-1960 und entsprechende Wärmequalität) sowie 414 Quadratmetern Wohnfläche aus. Der Heizwärmebedarf lag sehr hoch bei ca. 70.918 Kilowattstunden pro Jahr (171,3 kWh/m2/Jahr x 414 m² Wohnfläche). Es wurde die Außenhülle, das Dach, die Kellerdecke und die Terrasse gedämmt. Die Fenster und der Gaskessel wurden ausgetauscht. Dafür wurden das KfW-Förderprogramm „CO2-Gebäudesanierung“ und das KfW-Programm „Gebäude-Modernisierung“ zur Finanzierung genutzt. Der Anteil der energetischen Optimierungen betrug ca. 68.500 Euro. Als Heizwärmebedarf wird die Wärmemenge bezeichnet, die die Heizkörper abgeben. Ein besserer Wert für den Effekt der Wärmedämmung ist der Heizenergiebedarf (Endenergiebedarf), da mit diesem auch der „Energieschwund“ der Heizungsanlage durch Transport- und Umwandlung erfasst werden. Der Endenergiebedarf schlägt sich in der Höhe der Heizkosten nieder. Der Endenergiebedarf pro Jahr lag unsaniert bei ca.104.328 Kilowattstunden (252 kWh/m2 x 414 Quadratmeter Wohnfläche). Saniert beträgt der Endenergiebedarf pro Jahr 26.496 (64k Wh/m2 x 414 Quadratmeter Wohnfläche), was einer Einsparung von Endenergie um ca. 74,6 Prozent entspricht. Die Energiekosten betrugen im nicht-sanierten Zustand ca. 6.499 Euro nach der Sanierung ca. 1.762 Euro, was einer Reduzierung um ca. 72,9 Prozent entspricht. In mittel- bis langfristiger Betrachtung bringt die Wärmedämmung den Hausbesitzern in der Regel handfeste, wirtschaftliche Vorteile.
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