Pelletheizung

April 16th, 2010 von admin

Heizen mit Pellets - Bevor eine Pelletheizungsanlage in Betracht gezogen wird, ist mit dem Schornsteinfeger abzuklären, ob der Schornstein für diese Heizvariante geeignet ist. Egal ob ein Pelletofen oder eine Pelletzentralheizung entstehen soll, es wird auf jeden Fall ein Elektroanschluss benötigt. Vor Einbau einer Pelletheizung sollte der genaue Wärmebedarf ermittelt werden. Ist die Anlage zu klein, müssen weitere Wärmequellen beschafft werden, die zusätzliche Kosten verursachen. Ist die Anlage zu groß, bringt sie neben einem höheren Investitionsvolumen auch höhere Betriebskosten mit sich. Fehler in der Konstruktion können sich später in einem enorm hohen Aufwand wiederspiegeln, wenn beispielsweise die Zufuhr der Pellets nicht reibungslos funktioniert und ständig verstopft. Wenn mit der Heizungsanlage auch Brauchwasser erwärmt werden soll, dann stellt sich die Frage, wie dies in den Sommermonaten realisiert werden kann. Hier bietet sich als ideale Lösung eine Kombination mit einer Sonnenkollektor Anlage an.

Der Pelletofen - Ein Pelletofen ist von der Funktionsweise mit einem Ölofen vergleichbar. Er verfügt über eine Brennkammer, ein Gebläse und eine Förderschnecke. Die Öfen werden elektrisch gezündet und liefern eine Heizleistung von etwa 2 bis 15 kW. Es wird zwischen Luftgeräten und Kesselgeräten unterschieden. Luftgeräte geben die Wärme an die Raumluft ab und sind von der Funktionsweise mit einem Kachelofen vergleichbar. Wer die gesamte Wohnung mit einem Pelletofen beheizen möchte, ist mit einem Kesselgerät besser beraten, da die Wärme an einen Heizkreislauf abgegeben wird und zusätzlich Brauchwasser erwärmt werden kann.

Der Kauf eines Pelletofens - Es empfiehlt sich, das Gerät bei voller Leistung vorführen zu lassen. Pelletöfen laufen nie geräuschlos, da sie über ein Gebläse verfügen. Von einem Kauf via Katalog o.ä. ist daher dringend abzuraten. Um Enttäuschungen vorzubeugen, sollte das Flammenbild des Ofens vor dem Kauf geprüft werden. Außerdem ist im Vorfeld zu klären, welche Wartungen und welcher Aufwand beim Betrieb des Pelletofens während der Heizperiode entstehen. Der Pelletofen sollte einen Pellettank von mindestens 30 kg Fassungsvermögen haben, da sonst der Aufwand der Beschickung mit Pellets zu hoch wird. Die Investitionen für Pelletöfen fangen bei ca. 4.500 Euro an und steigen mit dem individuellen Bedarf. Pelletöfen werden dort eingesetzt, wo der Wärmebedarf relativ gering ist. Dazu zählen beispielsweise Zusatzheizungen in Wohnräumen oder Heizungsanlagen in Niedrigenergiehäusern. Der Bedarf an Pellets liegt hier bei ca. 3 bis 4 t pro Jahr.

Die Pelletzentralheizung - Pelletzentralheizungen kommen zum Einsatz, wenn der Wärmebedarf über 15 kW liegt. Eine Pelletzentralheizung besteht aus einem Kesselkörper, einem regelbaren Saugzuggebläse, einer Rückbrandsicherung und einem Transportsystem. Der Kesselkörper beinhaltet eine Brennkammer, Rauchgaszüge und einen Wärmetauscher. Der Brennvorgang wird im Brennkessel elektrisch gezündet. Die entstehende warme Luft steigt über ein Rohrleitungssystem nach oben und wird über den Wärmetauscher an das Heizungssystem abgegeben. Die Investitionen beginnen bei ca. 12.000 Euro und steigen mit dem individuellen Bedarf. Hinzu kommen die Kosten der Lagerung und die Installation des Elektroanschlusses.

Halbautomatische Anlagen -
Halbautomatische Anlagen sind sinnvoll, wenn die Lagerkapazität begrenzt ist und keine weiteren Investitionen für den Lagerraum vorgenommen werden sollen. Wichtig ist, dass die Lagerung der Pellets ohne Feuchtigkeit von statten geht. Der Vorratsbehälter kann hier individuell angepasst werden und das Volumen für eine Woche oder einen Monat festgelegt werden. Halbautomatische Anlagen werden von Hand beschickt. Der Vorratsbehälter muss dann mit Eimern oder Sackware befüllt werden.

Vollautomatische Anlagen – Bei vollautomatischen Anlagen werden die Pellets mit einem Saugsystem in die Heizungsanlage befördert. Der Lagerraum muss sich nicht unmittelbar neben der Heizungsanlage befinden. Die Saugsysteme können Entfernungen von ca. 20 bis 25 m überbrücken. Für 1 Tonne Pellets wird eine Lagererkapazität von ca. 1,5 m³ Raumvolumen benötigt.

Die Pellets – Pellets können als lose Ware, in handlichen Säcken oder als Big Bags erworben werden. Lose Ware ist am preiswertesten. Ähnlich wie bei Kohle ist hier der Staubanteil am höchsten. Die Ware wird mittels Gebläse in den Vorratsraum befördert. Big Bags werden als Palettenware geliefert. Ein Big Bag enthält etwa 1 Tonne Pellets. Diese Pellets haben einen geringeren Staubanteil und sind nur geringfügig teurer als lose Ware. Allerdings müssen sie mit körperlichem Einsatz in den Lagerraum befördert werden. Handliche Sackware ist in 15 kg Abpackungen zu bekommen. Die Preise richten sich nach Anbieter, Abnahmemenge und Jahreszeit. Die Kosten für eine Tonne Holzpellets liegen im Schnitt zwischen 180 und 200 Euro.

Förderung – Pelletheizanlagen können über KfW Mittel günstig finanziert werden. Teilweise werden Marktanreizprogramme zur Verfügung gestellt. Diese werden jedoch ständig geändert, eingefroren und neu aufgelegt, so dass eine Förderung immer zum jeweiligen Zeitpunkt geprüft werden muss. Eine Beratung in den Energieberatungsstellen vor Ort ist auf jeden Fall lohnenswert. Interessante Fördermaßnahmen stehen zur Verfügung, wenn die Pelletheizung beispielsweise mit einer Solaranlage kombiniert wird.

Geschrieben in Allgemein | Keine Kommentare »

Kommentare sind geschlossen.